Kameraetui

Ich mag nicht Dinge wegschmeißen und ich mag keinen Konsum(rausch). Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, was alles weggeschmissen wird und ich frage mich, wo der ganze Müll noch landen soll :(.  Jedesmal wenn ich die offensive Kaufwerbung von Billigmärkten sehe und Frauen im Kaufrausch mit lauter Tüten unterm Arm begegne, verspüre ich irgendwie Mitleid. Ja, kann sein, dass das etwas arrogant ist, aber so fühle ich nun mal. Ich sehe sofort ausgebeutete Näherinnen aus Bangladesh vor meinem inneren Auge, pestizidverseuchte Baumwollplantagen, ausgetrocknete Seen und vergiftete Flüsse. Kaufen ist bei mir fast immer mit Schuldgefühl verbunden – es sei denn, ich habe irgendein Produkt erstanden, das am besten bio, biologisch abbaubar, recyclingfähig, fairtrade, handgefertigt und regional produziert zugleich ist 😉 😛 .

Ich mag aber auch eine aufgeräumte Wohnung und schöne, neue Dinge. Ein Widerspruch? Würde ich nicht behaupten 😎 . Recycling und Wiederverwertung kann schließlich jeder nutzen – auch wenn wir’s leider oft verlernt haben (und da schließe ich mich nicht aus). Einer meiner vielen Vorsätze ist, in Zukunft mehr vorhandenes Kapital zu nutzen und aus Altem, Hässlichen, nicht mehr Gebrauchtem oder Kaputtem etwas schönes Neues zu schaffen. Den Vorsatz hege ich natürlich schon länger, aber wie das so ist mit Theorie und Praxis… 😳 . Immerhin habe ich einen ansehnlichen Haufen alter Klamotten und Stoffe, die größtenteils einfach kaputt und verschlissen sind, die ich aber nicht übers Herz brachte wegzuschmeißen, weil man ja vielleicht irgendwann nochmal was draus basteln könnte 😉 . Bislang fehlte immer die Zeit, aber heute habe ich endlich mal ein Projekt durchgezogen:

P1070466_klein

Aus meiner alten Lieblingsjeans, die leider an gewissen Stellen total kaputtverschlissen war, wurde eine neue Kamerahülle :). Meine alte Hülse ist schon seit langem kaputt, aber auch da habe ich jetzt die Reißverschlüsse rausgebaut, bevor ich sie wegschmeiße – wer weiß, wozu die mal gut sein können. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch bestehenden Stoffresten habe ich mir eine, wie ich finde recht fesche, gefütterte Kamerahülle gezaubert. Dafür, dass ich seit 2 Jahren nicht mehr genäht habe, bin ich einigermaßen zufrieden :).

Geholfen hat mir dabei diese praktische Anleitung: http://sew-mad.blogspot.de/2008/02/triple-c.html

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