Weihnachtsgedanken

Langsam aber sicher geht dieses seltsame Jahr zuneige.  Jedes Jahr nehme ich es mir aufs Neue vor, die Vorweihnachtszeit zu genießen, endlich mal Karten per Hand zu schreiben, zu basteln, dafür zu sorgen, dass ich mich nicht am 23. Dezember um die letzten Weihnachtsgeschenke kümmern muss. Dieses Jahr bin ich schon wieder daran gescheitert. Immerhin zum Backen bin ich gekommen und habe ein paar Tannenzweige in der Wohnung drapiert – aber das ist auch so ziemlich das Einzige…

Überhaupt Geschenke. Dieses Thema stresst mich. Ich schenke gerne, wenn ich eine gute Idee habe, wenn jemand wirklich etwas braucht, wenn ich weiß, dass jemand an einer bestimmten Sache einfach extrem große Freude hat. Aber Schenken um des Schenkens willen?

Meiner Meinung nach horten wir ohnehin viel zu viele Dinge. Mal ehrlich, von vielen Dingen braucht man eigentlich nur ein oder wenige Exemplare. Schön, langlebig, hochwertig. Alles andere ist meist Ballast, der uns oft nur beschwert und langfristig nicht glücklich macht.

Ich bin seit langem bemüht, mir nicht mehr unnötigen Ballast aufzuhalsen. Manchmal erfordert das ein bisschen Disziplin, aber so schwer ist es eigentlich gar nicht. Gestern – beim Stadtbummel  – war ich ein paar Mal kurz davor schwach zu werden. Die eine Teedose im Rossman war ja schon sehr hübsch. Und bei Depot sieht immer alles toll aus. Also optisch. Und was es nicht alles gibt. So hübsch kann man Dinge verpacken. Ich hatte mehrfach irgendwas in der Hand und war schon auf dem Weg zur Kasse. Aber wer mich kennt, weiß ich, dass ich ziemlich streng bin – mit anderen, aber ganz besonders mit mir selbst 😀 . Ich fragte mich: „Heike, brauchst du das? Macht dich das glücklicher? Hübsch verpackte Geschenke sind toll, aber mal ehrlich, kommt es nich eher auf den Inhalt an als auf die Verpackung? Was wird hinterher mit der hübschen Verpackung passieren? Kannst du nicht irgendwelche alten Bestände zu Hause aufbrauchen, kreativ werden, upcyceln anstatt diese Dinge zu kaufen, die du nicht brauchst, die deine vollen Schubladen noch voller machen?“

Ja, und jedesmal bin ich wieder zurückgegangen und habe alles wieder zurück ins Regal gelegt. Hinterher habe ich keinen Gedanken mehr an die Teedose und den Dekokram von Depot verschwendet. So ist es mir schon öfters ergangen. Je länger ich über etwas nachgedacht habe, desto unsinniger erschien mir der Kauf und hinterher fühlte ich mich nur erleichtert, weil ich mich nicht mit weiterem Ballast beschwert hatte.

Mich vom Ballast im Kopf zu befreien fällt mir leider deutlich schwerer als mich vom materiellen Ballast zu lösen. Da wächst der Stapel leider immer noch… deshalb mein Weihnachtswunsch für die Zukunft: Wichtiges von Unwichtigem besser trennen zu können, alte Gespenster zu vertreiben, Persönliches nicht zu persönlich zu nehmen…

Habt ein schönes Weihnachtsfest ohne überflüssigen Ballast egal in welcher Form, nehmt euch Zeit und genießt die Tage, ob allein, oder mit Freunden und Familie ❤ !

DSC_2016

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s