Blogchallenge: Die Geschichte dieses Blogs

Vor ein paar Wochen wurde ich von Eeva nominiert, die Geschichte meines Blogs zu erzählen. Das hat mich wirklich gefreut. Jetzt komme ich endlich dazu, die Nominierung wahrzunehmen. Also los geht’s…. und zwischendurch zeige ich ein paar Bilder vom heutigen Frühlingsspaziergang.

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Ich habe meinen Blog mit dem Jahr 2013 eingeläutet. Damals war ich mit meinem Leben und meiner Arbeit irgendwie unzufrieden, fühlte mich einsam, ziellos und suchte einfach ein Kommunikationsventil. Ja, ich habe mir da keine großartigen Gedanken ums Konzept gemacht, ich wollte einfach mir Dinge von der Seele schreiben, aus meinem Leben berichten und mit meinen Freunden und Bekannten, die weit weg wohnten und die ich nur sehr selten sah, die Verbindung halten. Und ja, über meine neue (vorwiegend) vegane Ernährungsweise wollte ich auch gerne schreiben. Von daher fiel die Wahl auf den Namen „vegrichtung“.

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Im Wald sieht es auf den ersten Blick noch ganz kahl aus, doch es brodelt unter der Oberfläche.

Aber so optimal lief das Ganze nicht. Meine Gefühlswelt schlägt oft hohe Wellen. Ich habe manchmal die Tendenz, mich drastisch auszudrücken. Deshalb hatte ich nach diversen Blogposts ein schlechtes Gewissen und habe sie ein paar Wochen später wieder auf privat gestellt… Ein paar Monate später kam ein schwerer Schicksalsschlag hinzu: Mein Vater erlitt einen schweren Schlaganfall und sein Leben stand lange auf Messers Schneide. Nur wenig später kündigte ich meine Arbeit, zog um und begann mit Ende 20 nochmal ein Masterstudium in einer ganz anderen Branche, obwohl ich doch schon ein Diplom hatte. Parallel gingen jahrelange Freundschaften in die Brüche ohne dass ich bis heute verstanden habe, was mein Anteil daran ist. Im Nachhinein wundert es mich da kaum, dass mein Blog ein sehr schwankendes Dasein führte und sich die Art der Einträge immer wieder änderte… Mein Leben war einfach aus der Balance.

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Die ersten Leberblümchen öffnen schon ihre Kelche.

Irgendwann wollte ich aber endlich weg vom „Frustschreiben“. Es gibt so viele tolle, „professionelle“ Blogs, die ich bewunderte und immer noch bewundere. Außerdem schreibe und fotografiere ich wirklich liebend gerne, irgendwo ist in mir ist doch auch eine verkappte Journalistin. Und es gibt so viele Themen, die mich interessieren und zu denen ich wirklich etwas zu sagen habe. Ich schränkte also meine persönlichen Jammerbeiträge ein. Das fiel mir nicht ganz leicht, doch ich fühlte einfach nicht mehr gut damit, soviel von meinem Inneren preiszugeben. Ich wollte meine Energie lieber auf positive Sachen lenken, mich einfach dazu zwingen, etwas Produktives tun statt mich selbst zu bemitleiden.

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Am Waldrand blüht schon die Schlehe (?).

Irgendwann letztes Jahr gab ich diesem Blog dann auch optisch eine Neuausrichtung. Hier sollte es konsequent um meine Lieblingsthemen Reisen, veganes Kochen & Backen, Handarbeit und Natur gehen. Und ja, ein bisschen Platz für meine Reflexionen und Gedanken über das Leben und die Gesellschaft sollte es auch noch geben. Immerhin ist das hier mein persönlicher Blog und keine Fachzeitschrift.

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Und puschelige Weidenkätzchen erblicken das Licht der Welt.

So weit so gut. Ich habe es nicht bereut. Seit der Umstrukturierung habe ich zwar etwas weniger wiederholte Zugriffe auf den Blog, aber ich habe mehr neue Zugriffe von Außen und ein paar Abonnenten dazu gewonnen. Und ich fühle mich besser damit, da ich mir nicht mehr nach jedem Blogbeitrag einen Kopf machen muss, ob ich nicht etwas geschrieben habe, was ich lieber nicht hätte schreiben sollen. Allerdings bin ich trotzdem ein wenig enttäuscht darüber, dass einige Beiträge, wie z.B. der Beitrag über unseren Saaremaa-Urlaub oder meine Beiträge über die Bienen (1,2,3), eine so geringe Resonanz hervorgerufen haben. Da steckt nämlich richtig viel Arbeit und Herzblut drin. Wenn ich dann sehe, wie viele Abonennten einige andere Blogs haben und welche Resonanz manche „einfach so runtergeschriebenen“ Beiträge erhalten… mmmh, ja, dann frage ich mich manchmal, was ich eigentlich falsch mache.

 

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Die Jagd ist umstritten…

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… und das hiesige Primatenzentrum auch.

Doch eigentlich kenne ich die Antwort bereits. Es ist wohl das Dilemma meines Lebens, (wurde mir schon vor dem Abi von einem bekannten Psychologen phrophezeit, den ich damals natürlich nicht ernst nahm...). Ich mag mich nicht auf eine Richtung festlegen, bin mit keiner eingeschlagenen Richtung zufrieden, will immer wieder mal etwas Neues ausprobieren, brauche ständige Abwechslung und Inspiration… und so strecke ich in alle Richtungen meine Fühler aus, aber komme nirgendwo so weit wie ich eigentlich könnte, wenn ich all meine Energie in diese eine Richtung investieren würde. Das Gleiche gilt für meinen Blog: Wäre dies ein reiner Koch-, Reise- oder Bastelblog, hätte ich eine klare Zielgruppe, an die ich meinen Blog richten könnte. Aber so? So schreibe ich mal für die Bastler, mal für die vegan interessierten Hobbyköche, mal für die Finnland- und Skandinavienfans, mal für die Lebensphilosophen. Das ist zwar besser als gar kein Konzept, aber ein sehr Weites und kein sehr Zielorientiertes. Ich habe mir wirklich Gedanken gemacht, einen reinen Kochblog, einen reinen Reiseblog, einen reinen Handarbeitsblog zu schreiben. Aber das funktioniert für mich einfach nicht. Manchmal verreise ich für ein halbes Jahr nicht. Was sollte ich mir dann aus den Fingern saugen? Ich probiere auch nicht jede Woche neue Rezepte aus. Und wenn ich welche ausprobiere, kommen nur die auf den Blog, die mich wirklich überzeugt haben. Das sind aber eher 4 statt 52 im Jahr… Manchmal mache ich ein paar Wochen keine Handarbeiten… Und ganz ehrlich: so einen Blog schreibt man ja zum großen Teil auch für sich selbst. Damit es Spaß macht, braucht man ein paar Leser, ab und zu ein Like und ein paar Kommentare. Aber sich um den Preis einer großen Leserschaft selbst zu verbiegen, ist nicht der Sinn des Bloggens.

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Auch die Hirtentäschl blühen schon…

Also geht’s hier erstmal weiter wie bisher. Die nächsten Strickprojekte sind schon auf den Nadeln und über Ostern steht ein toller Kurzurlaub an, von dem ich sicherlich berichten werde 🙂 .

—–

Mir fällt gerade leider nicht ein, wen ich für die Blogchallenge nominieren könnte. Meine Erfahrung ist, dass recht viele Blogger Nominierungen und Awards nervig finden und da ich äußerst ungerne aufdringlich bin, mag ich gerade niemanden nominieren. Aber es darf ich gerne jeder Leser angesprochen fühlen.

Hier sind die Regeln:

  • Die Challenge ist für jede Art von Blog offen (egal über welches Thema geschrieben wird). Du darfst erst teilnehmen, wenn Du die Challenge bekommen hast (falls Du weisst, dass jemand sie erhalten hat, darfst du natürlich fragen, ob Du sie auch bekommst).
  • Veröffentliche die Geschichte Deines Blogs auf Deinem Blog: wie begann der Blog, wie hat er sich mit der Zeit entwickelt, welche Höhepukte gab es bisher…
  • Fordere 4 weitere Blogs auf, ihre Geschichte aufzuschreiben. Falls jemand die Challenge verweigert, schicke sie an jemanden anders.
  • Denke daran (mit Link) zu erwähnen von wem Du die Challenge bekommen hast und an wen Du sie weiterschickst.
  • Falls Du auch bei Instagram bist, verwende den Hashtag #diegeschichtediesesblogs (auf Finnisch: #blogisitarina). Die Challenge wurde gestartet vom Blog kototeko aus Finnland.
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