Omas Mokka-Sahnetorte in vegan

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Als ich Kind war, hatte ich nur einen Lieblingskuchen: „Kaffeebohnentorte von Omma“ (auf Ostwestfälisch). Leider gab’s die nur einmal im Jahr zu Omas Geburtstag an Weihnachten und irgendwann wurde die Produktion ganz eingestellt, „Weil die Torte so viel Arbeit macht“.

Als ich meine Oma letztes vorletztes Jahr um das Rezept bat, merkte ich allerdings schnell, dass das Rezept gar nicht wirklich kompliziert ist. Ich machte mich schnell ans (anfangs nicht ganz reibungslose) Nachbacken einer veganen Version, die ich dann an Weihnachten 2015 stolz der Verwandtschaft präsentierte. Eine denkbar schlechte Idee! Es hat NIEMAND außer meinen Eltern und meiner Oma die Torte auch nur angerührt, denn „igiitttttt!!!! Die ist ja vegan! Außerdem sieht die so komisch aus!“. Ich hatte Tränen in den Augen, schließlich hatte ich mit besten Absichten den ganzen Morgen des 1. Weihnachtstags in der Küche verbracht. Und nachdem meine Oma auch noch meinte „Kann man wohl essen, aber in einen Biskuit gehören IMMER Eier. Ich hab’s dir gleich gesagt, Kind!“ hatte ich endgültig die Nase voll. Undankbare Verwandtschaft!

Mein Glaube an mich und die Torte wurde erst wieder gestärkt, als ich sie 1 Monat später R zum Geburtstag backte (er war an dem Weihnachtsfiasko nicht zugegen gewesen) und er sie spontan zu seiner Lieblingstorte kürte und ein ganzes Jahr um Wiederholung bat. Gestern war es wieder so weit. Und nachdem ich gerade das letzte Stück gegessen habe, muss ich wirklich zugeben: geschmacklich 1:1 wie damals bei Omma oder sogar noch besser! Einzig und allein die Optik ist nicht ganz so kunstvoll, aber das bekomme ich mit veganer Sahne (noch) nicht hin, da ich nicht auf die Chemiebaukasten-Sahnealternativen zurückgreifen möchte, sondern wieder die von Alnatura verwendet habe. Zwar habe ich im Internet auch vielversprechene Anleitungen über selbstgemachte Kokossahne aus Kokosmilch gegessen, aber das Experiment wollte ich diesmal nicht wagen, da ich befürchte, dass eine Kokosnote zu dieser Torte nicht passt.

Der Biskuit gelang diesmal sehr gut, allerdings hätte ich ihn gerne NOCH fluffiger. Aber nur wegen der Optik (damit ich den Boden 2 x durchschneiden kann und die Torte somit noch kunstvoller wirkt). Habe auch schon eine Idee wie das gelingen könnte, dazu beizeiten dann mehr (wenn Experiment geglückt).

Hier aber erstmal das diesjährige Rezept für eine kleine Backform (ø 18 cm) – geschmacklich wirklich top!

Biskuit (angelehnt an das Rezept von cakeinvasion, aber mit weniger Zucker)

  • 210 g Mehl
  • 1 EL Stärke
  • 1 Pck. Backpulver
  • 100 g Zucker (ich habe 50% Rohrohrzucker mit 50% Puderzucker gemischt)
  • 1/4 TL gemahlene Vanille
  • geriebene Schale von 1 Zitrone (unbehandelt)
  • 85 ml geschmacksneutrales Rapsöl
  • 200 ml Wasser

Schlagcreme

  • 1,5 Packungen gut gekühlte Alnatura Sojaschlagcreme (oder deine Lieblingssahnealternative)
  • 2 Pakete Sahnesteif
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 TL Kaffeepulver mit 2 TL warmem Wasser anrühren
  • 1/2 Tafel Zartbitterschokolade geschmolzen

Sonstiges:

  • Aprikosenfruchtaufstrich
  • Mokkabohnen

Für den Biskuit die trockenen Zutaten gut vermischen, dann Öl und Wasser unterheben und kurz (!) mit der Hand verrühren. Den Teig in die Form füllen und bei 180°C Ober- und Unterhitze backen – bei mir war er nach knapp 40 Minuten fertig.

Nachdem der Biskuit gut ausgekühlt ist, ihn mit einem scharfen Brotmesser in der Mitte durchschneiden und den unteren Boden großzügig mit Aprikosenfruchtaufstrich bestreichen. Dann den zweiten Boden wieder draufsetzen.

Nun geht es an die Creme: Die gekühlte Sojaschlagcreme mit Sahnesteif und Vanillezucker aufschlagen. Sobald die Sahne steif wird (das wird sie, allerdings bleibt sie trotzdem etwas labberiger als Kuhmilchsahne), den gelösten Kaffee und die Zartbitterschokolade unterrühren.

Die Torte von oben und an den Seiten damit bestreichen. Zum Abschluss mit Mokkabohnen dekorieren.

FERTIG!

Bitte die Torte im Kühlschrank aufbewahren – dann kann man sie auch am 2. Tag auch noch gut essen (schmeckt dann sogar fast noch einen Ticken besser).

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5 Gedanken zu „Omas Mokka-Sahnetorte in vegan

  1. Frau Argh

    🤔 hätte echt nicht gedacht, dass man auch ohne Ei was bisquitiges hinkriegt. Nicht schlecht! Leider ist Mokka/Kaffee in Kuchen/Desserts usw. gar nicht meins…der buckeligen Verwandschaft hätte ich gar nix wegen Vegan gesagt. Hätte die erstmal schön spachteln lassen und dann danach die Bombe platzen lassen. Wette, die hätten den Kuchen erstmal alle reingehauen…

    Antwort
    1. Heike Autor

      Ich hätte auch nix gesagt, aber die erste Frage, die mein Cousin stellte war: „Ist die vegaaaaaan??“ und da man mir die Wahrheit immer ansieht…nunja, der Rest der Geschichte steht oben ;). Aber stimmt, wenn keiner gefragt hätte, hätten sie den bestimmt weggespachtelt, genau wie meinen Erdbeerbiskuitboden zum Geburtstag, bei dem ich fast kämpfen musste, auch noch ein Stück abzubekommen.

      Antwort
  2. Arctica

    Ich möchte nächste Woche einen Kuchen in vegan backen, den ich sonst immer nach Standardrezept mache. Und zwar ist das Standardrezept mit einem fettfreien Bisquit als Grundteig. Dieser hier hat ja jetzt Fett da kein Ei drin ist – schmeckt der trotzdem genauso, oder gibt es auch funktionierende vegane Rezepte für den fettfreien (ich mag den Originalgeschmack nämlich sehr gerne…)?

    Antwort
    1. Heike Autor

      Hallo Arctica, ich glaube im direkten Vergleich zum fettfreien Teig schmeckt man da schon einen Unterschied (also ich schmecke einen)….es gibt auch Rezepte ohne Fett, z.B. hier http://www.rezeptefuchs.de/Rezepte/Tortenboden_ohne_Fett_393 ., aber die habe ich noch nicht ausprobiert und kann deshalb nichts weiter dazu sagen. Ich würde eine Testversion vorbacken… probieren geht da über studieren. Ich hatte auch schon Rezepte mit echt guten Bewertungen, die bei mir leider nicht funktioniert haben. Such vielleicht auch mal nach einem Bisquit-Rezept mit Kichererbsenwasser… Viel Erfolg :-)!

      Antwort

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