Archiv der Kategorie: Nähen

Einkaufen mit der Mumin-Mama

Ich bin verliebt, ein kleines bisschen zumindest: In meinen neuen, selbst entworfenen und genähten Mumin-Einkaufsbeutel.

Selten war ich mit einer Stoff- und Farbkombination so zufrieden. An den Tragegriffnähten muss ich zwar noch etwas nacharbeiten (hat leider der heutige Extrem-Büchertragen-Praxistest ergeben… *seufz*), aber vom Prinzip ist der Beutel klasse.

Dabei fing es mit mir und dem Mumin-Stoff eigentlich gar nicht so gut an, denn aufgrund eines ungünstig platzierten Schildes war ich war davon ausgegangen, dass er im Angebot war und bestellte gleich 1,5 m. An der Kasse stellte sich dann leider heraus, dass der Stoff doppelt so teuer war wie vermutet. Da alles schon abgeschintten war, blieb mir aber nichts anderes übrig als ihn trotzdem zu kaufen.

Jetzt hat sich das vermeintliche Unglück als Glück herausgestellt, denn vernäht sieht der Stoff top aus. Ich werde sicher noch ein paar ähnliche Beutel nähen. Und das Beste: die Tasche ist gar nicht schwer zu nähen und wird bequem an einem Nachmittag fertig!

Ich bin insgesamt sehr froh, vorletzte Woche in Finnland bei den Stoffen zugeschlagen zu haben. Hier in Deutschland finde ich Stoffkäufe nämlich schwierig, da ich nur sehr selten etwas finde, das meinem Geschmack zu 100 % entspricht. In Finnland ist Finlayson mein Favorit. Leider werden die Produkte in Deutschland nicht vertrieben.

Wo kauft ihr am liebsten Stoffe? Findet ihr nordisches Design auch so schön? Steht ihr auch auf die Mumins?

Topflappen

Genähte Topflappen sind meiner Meinung nach eine perfekte Resteverwertung: sie sind nicht nur hübsch und praktisch, sondern machen sich auch hervorragend als Mitbringsel und Geschenk.

Neulich, schon vor meinem Finnlandaufenthalt, habe ich zu einer „Großproduktion“ angesetzt und gleich 4 Paar Topflappen genäht, um beim lästigen Zuschneiden ein bisschen „Economies of Scale“ auszunutzen 😉 . Topflappen habe ich schon früher genäht und damals immer mit Wollfüllvlies gefüllt. Aber so ganz optimal war das nicht mit der Isolierung. Neulich bekam ich dann von Barbaras Blog die Inspiration, für die Füllung alte Handtücher zu nehmen. Das war eine fabelhafte Idee! Im Keller meiner Eltern stapelten sich nämlich noch olle Handtücher aus den 70ern, die nun endlich wieder einen Zweck erfüllen. Obwohl die Handtücher ziemlich dünn waren, hat eine Lage gereicht. Die Topflappen isolieren sehr gut, viel besser als mit Wollfüllvlies.

Hier sind meine Werke, diesmal sogar mit erstaunlich sauberen Nähten (nachdem ich die Nähmaschinenlager in einem letzten Verzweiflungsakt mit Balistol getränkt habe, funktionieren sie nämlich wieder besser):

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Diese Version ist für’s finnische Mökki. Zu der hölzernen Waldhütte passen die Farben perfekt.

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Diese Kombination ist mein besonderer Stolz: Der runzelige 60er Jahre Reststoff aus dem Erbe meiner Oma wirkt in Kombination mit Schwarz und grünen Nähten richtig frisch und flott!

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Hier haben wir nochmal eine Variation der obigen Topflappen. Statt der dunklen Seite des grünen Jeansstoffs habe ich hier einfach die hellere Rückseite nach Außen gekehrt.

Sommerliche Einkaufstasche in XL

Letztes Jahr zum Geburtstag bekam ich das Buch Taschen: Moderne Klassiker nähen von Kim Sue als Geschenk. Jetzt hat sich endlich mal die Gelegenheit ergeben (bzw. ich habe mir die Zeit genommen…), etwas daraus zu nähen.

Im August sind wir nämlich zu einer Hochzeit in Finnland eingeladen. Das Brautpaar wird mit heimischen Leckereien beschenkt, die aber natürlich in angemessener Form überreicht werden müssen… das schrie ja förmlich nach einer großen Einkaufstasche!

Hier ist sie:

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Das Modell hat mich ehrlich gesagt richtig viel Nerven und Zeit gekostet (3 geschlagene Tage… Masterarbeit, bitte verzeihe mir!) – doch nun ist es endlich fertig. Das Handmade-Schild hätte ich mir schenken können, man sieht an den Nähten ohnehin, dass sie handmade sind 😛 . Aber das liegt nicht nur an meinen mangelnden Nähkünsten, denn nach über 40 Jahren auf dem Buckel kann Omas Maschine einfach nicht mehr so richtig gerade Nähte…

Aber was soll’s – ich hoffe, das Brautpaar weiß die Arbeit zu schätzen! Und ich hoffe auch, dass die Tasche so rein optisch gefällt.

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Laptoptasche

Eine Laptoptasche… die brauche ich eigentlich schon seit ziemlich genau vier Jahren. So lange schleppe ich meinen Laptop nämlich schon in zwei Einkaufsleinenbeutel gehüllt entweder in meinem Rucksack oder meinem Koffer herum. Das sieht weder gut aus noch ist dem Gerät zuträglich, denn Leinenbeutel haben bekanntermaßen keinen großen Polstereffekt.

Deshalb habe ich mich am Wochenende endlich rangemacht, Omas Nähmaschine in Beschlag genommen und eine weich gefütterte Laptoptasche genäht.

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Uusi olkalaukku

Neulich hatte ich auf Emmis Blog eine tolle Anleitung für eine schöne Schultertasche gefunden. Ich hatte nur einen Gedanken und der war: „SO EINE MUSS ICH MIR AUCH MACHEN“ *lechz*. Kaum konnte ich es erwarten, zu meinen Eltern zu fahren, wo die Nähmaschine steht und meinen Traum umzusetzen.

Ich hatte noch Stoffreste zu Hause und aus Resten etwas Sinnvolles zu zaubern ist mir ja ohnehin immer die größte Freude 😎 . Die Anleitung hat auch gut funktioniert – bis auf den Reißverschluss. Das Einnähen war der Horror und ich hoffe nur, dass es bitte, bitte, bitte halten möge.

Hier ist das Ergebnis:DSC_0146

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Die Maße von Emmis Tasche habe ich ein bisschen verändert, da ich etwas „hochkantigere“ Taschen lieber mag.

Als kritisches Auge muss ich jedoch sagen, dass ich nicht 100%-ig mit der Tasche zufrieden bin… Die Reisverschlusspartie ist mir zu steif und breit, der Reißverschluss zu grob. Außerdem hätte ich noch Stützstoff in das Futter bügeln sollen für besseren Halt (das Stand zwar in der Anleitung, aber ich hatte keine Lust, extra Stützstoff zu kaufen…). Ehrlich gesagt geht es mir meistens so, dass ich mit den Ergebnissen meiner Nähprojekte nur halb zufrieden bin. Aber mal schauen, ob die Tasche und ich im Praxistest nicht doch noch Freunde werden können 😉 .

Kameraetui

Ich mag nicht Dinge wegschmeißen und ich mag keinen Konsum(rausch). Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, was alles weggeschmissen wird und ich frage mich, wo der ganze Müll noch landen soll :(.  Jedesmal wenn ich die offensive Kaufwerbung von Billigmärkten sehe und Frauen im Kaufrausch mit lauter Tüten unterm Arm begegne, verspüre ich irgendwie Mitleid. Ja, kann sein, dass das etwas arrogant ist, aber so fühle ich nun mal. Ich sehe sofort ausgebeutete Näherinnen aus Bangladesh vor meinem inneren Auge, pestizidverseuchte Baumwollplantagen, ausgetrocknete Seen und vergiftete Flüsse. Kaufen ist bei mir fast immer mit Schuldgefühl verbunden – es sei denn, ich habe irgendein Produkt erstanden, das am besten bio, biologisch abbaubar, recyclingfähig, fairtrade, handgefertigt und regional produziert zugleich ist 😉 😛 .

Ich mag aber auch eine aufgeräumte Wohnung und schöne, neue Dinge. Ein Widerspruch? Würde ich nicht behaupten 😎 . Recycling und Wiederverwertung kann schließlich jeder nutzen – auch wenn wir’s leider oft verlernt haben (und da schließe ich mich nicht aus). Einer meiner vielen Vorsätze ist, in Zukunft mehr vorhandenes Kapital zu nutzen und aus Altem, Hässlichen, nicht mehr Gebrauchtem oder Kaputtem etwas schönes Neues zu schaffen. Den Vorsatz hege ich natürlich schon länger, aber wie das so ist mit Theorie und Praxis… 😳 . Immerhin habe ich einen ansehnlichen Haufen alter Klamotten und Stoffe, die größtenteils einfach kaputt und verschlissen sind, die ich aber nicht übers Herz brachte wegzuschmeißen, weil man ja vielleicht irgendwann nochmal was draus basteln könnte 😉 . Bislang fehlte immer die Zeit, aber heute habe ich endlich mal ein Projekt durchgezogen:

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Aus meiner alten Lieblingsjeans, die leider an gewissen Stellen total kaputtverschlissen war, wurde eine neue Kamerahülle :). Meine alte Hülse ist schon seit langem kaputt, aber auch da habe ich jetzt die Reißverschlüsse rausgebaut, bevor ich sie wegschmeiße – wer weiß, wozu die mal gut sein können. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch bestehenden Stoffresten habe ich mir eine, wie ich finde recht fesche, gefütterte Kamerahülle gezaubert. Dafür, dass ich seit 2 Jahren nicht mehr genäht habe, bin ich einigermaßen zufrieden :).

Geholfen hat mir dabei diese praktische Anleitung: http://sew-mad.blogspot.de/2008/02/triple-c.html