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Blogparade Urlaubserinnerungen

Durch Zufall bin ich auf die Blogparade Urlaubserinnerungen auf www.reisen-fotografie.de gestoßen. Da Reisen, Fotografie und Urlaubserinnerungen für mich ein großes Thema sind, möchte ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, endlich mal an einer Blogparade teilzunehmen! Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit, den Blogbeitrag mit einigen fotografischen Sommererinnerungen zu verschönern, die bislang hier im Blog noch keinen Platz gefunden haben. Alle Bilder sind aus dem Saimaa-Seengebiet in Finnland.

Die Frage der Blogparade lautet: Wie konserviert Ihr die Erinnerungen an eure Reisen?

Reisen sind für mich ganz wichtig. Das war irgendwie schon immer so. Erstaunlicherweise kann ich mich an die meisten Reisen auch noch gut erinnern. Das liegt u.a. daran, dass bei uns schon immer viel fotografiert wurde, bevorzugt in Dia-Form.

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Jetzt, wo die digitale Fotografie Einzug erhalten hat, fotografiere ich natürlich noch viel mehr. Die ganze Festplatte ist voll, teilweise weiß ich nicht mehr wohin mit den Bildern. Längst nicht alle sind gelungen, aber selbst von den missratenen kann ich mich kaum trennen. Denn irgendeine Erinnerung tragen sie fast alle. Im Alltag blättere ich oft in meinen Fotodateien. Vielleicht auch dadurch erinnere ich mich so gut. Seit 2007 war ich jedes Jahr mehrere Male in Finnland – oft am gleichen Ort. Da könnte man leicht durcheinanderkommen, könnte man meinen. Aber nein, ich erinnere mich an jeden einzelnen Aufenthalt und kann sogar aus dem Kopf heraus noch das ungefähre Reisedatum nennen. Ich glaube kaum, dass mir das ohne die Fotos so gut gelingen würde.

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In meiner Kindheit und Jugend habe ich mich außerdem intensiv mit Reisebroschüren, Tickets und Fährgesellschaften beschäftigt. Besonders Schiffe ließen mein Herz höher schlagen. Um unsere Überfahrten nach Schweden brauchten sich meine Eltern seit ich etwa 10 Jahre alt war nicht mehr zu kümmern. Das war meine Leidenschaft. Ich bastelte Quartetts aus Fährschiffen, schrieb Reisetagebuch, imitierte das Schreiben von Reiseartikeln und sortierte alle (!) Urlaubsbroschüren, die mir in die Finger kamen, liebevoll und akribisch in große Curver-Kisten ein, die ich mit Register ausstattete und regelmäßig durchblätterte. Anfang Januar jeden Jahres begann ich Faxe zu verschicken und neue Fahrpläne und Broschüren zu ordern. Broschüren, die ich doppelt hatten, waren dankbares Bastelmaterial für allerlei Collagen. Und das ist nur die Spitze vom Eisberg (wo ich das hier gerade so schreibe, wundert es mich übrigens gar nicht, dass ich beruflich irgendwann bei einem Reiseveranstalter gelandet bin…!). Kurzum: die Reisevorbereitung, Nachbereitung oder einfach nur das Träumen von Reisen waren mir sehr wichtig. Und wenn man sich intensiv mit einer Sache beschäftigt, die einen wirklich interessiert, erinnert man sich meist auch viel besser. Auch deshalb kann ich ich wahrscheinlich so gut an viele Reisen und Urlaubsorte meiner Kindheit und Jugend erinnern.

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Mittlerweile bin ich deutlich abgeklärter. Fährüberfahrten von und nach Finnland sind für mich normal geworden. Flugzeuge, mit denen ich in den letzten Jahren viel unterwegs gewesen bin, haben in mir noch nie positive Emotionen entweckt, ganz im Gegenteil. Irgendwie ist auch nicht mehr die Zeit da, sich mit allem so intensiv zu beschäftigen, man wird von so vielen anderen Dingen, die es früher noch nicht gab, abgelenkt (wie z.B. Internet). Dafür schreibe ich jetzt aber Blogartikel über einige meiner Reisen und mache mehr Fotos als früher. Vielleicht gleicht sich das aus und ich werde mich auch in Zukunft an die Reisen der heutigen Zeit genauso gut erinnern können wie an die Reisen vor 10-20 Jahren.  Die Zeit wird es zeigen.

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Ganz wichtig für die eigene Erinnerung finde ich, dass Reisen trotz allem etwas Besonderes bleiben. Jedes lange Wochenende wegzufahren, wäre absolut nichts für mich. Da kommt die Seele nicht mehr mit, all diese Reize und Eindrücke kann das Gehirn in so schneller Aufeinanderfolge nicht verarbeiten. Ich denke da immer an eine bestimmte Person, die extrem viel unterwegs ist. Heute vor zwei Jahren war diese Person mit mir und anderen in Lappland… Als ich letztes Jahr um diese Zeit, als der Besuch sich zum ersten Mal jährte, der Person die Frage stellte, ob sie sich auch noch so gerne an XYZ aus Lappland erinnere, war sie verwirrt. Die Erinnerung war irgendwie weg, durchmischt mit den Erinnerungen der zahlreichen anderen Trips, die Ereignisse konnten nicht mehr auseinandergehalten werden. Das hat mir wirklich zu denken gegeben. Ich bin überzeugt, dass Reisen nur einen wertvollen Platz in der Erinnerung behalten, wenn sie eben nicht zur Normalität werden. Sonst reihen sie sich aneinander wie jeder andere Wochentag, gleiten in die Bedeutungslosigkeit. Wer von uns erinnert sich schon daran, was wir vor zwei Wochen an Tag x gemacht haben?

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Darf ich vorstellen?

Als ich im Sommerurlaub* des schlechten Gewissen wegens mein Notebook zückte, um an einem unseeligen Protokoll zu werkeln, bekam ich Gesellschaft von diesem Herrn hier:

DSC_1240_ BirkenknopfhornblattwespeEr fand den Laptop, das Buch und meine Hand wahnsinnig spannend und ich fand den kleinen Kerl ehrlich gesagt auch ziemlich putzig. Allerdings wollte er mir nicht verraten, was er mal werden will, wenn er groß ist…

© vegrichtung

Auf der ziemlich coolen, aber irgendwie unübersichtlichen Seite http://www.schmetterling-raupe.de  wurde ich auch nicht fündig, weshalb ich an den netten Herrn Betreiber eine Mail schickte. Der half mir dann mit dem richtigen Link auf die Sprünge.

Jetzt weiß ich, warum Raupe Junior sich mir nicht anvertraut hat.

Er wird mal ein… M-o-n-s-t-e-r  😈 😮 😮 😮

* an die, die es noch nicht mitbekommen haben: ich war 5 Wochen in Finnland

Endlich… !

Wie der ein oder andere Blogleser vielleicht schon mitbekommen hat, verbringen wir – sofern es irgendwie möglich ist – jeden Sommer einige Zeit im Sommerhaus („Mökki“) von R’s Familie in Ostfinnland. Jetzt waren wir sogar über 2 Wochen dort. Die ersten 1,5 Wochen zeigte sich der finnische Sommer von seiner schlechtesten Seite… es regnete ständig, war kalt und windig. Das bin ich so nicht gewohnt, denn normalerweise haben wir in Savo IMMER gutes Wetter im Sommer gehabt! Seit einigen Tagen scheint aber der Sommer doch noch zu kommen… zumindest ist es wärmer geworden und heute, ausgerechnet an unserem Abfahrtstag, hatten wir Bombenwetter!

SONNE, SONNE, SONNE, angenehme 25°C und eine leichte Brise. Finnish summer at it’s best!

Das Allerschönste war aber was anderes… ich war gerade mit der Kamera dabei einen Schmetterling zu verfolgen (heute kamen sie nämlich alle raus, die bunten und hübschen, die sich 2 Wochen lang versteckt hatten!), als ich auf einmal ein seltsames Geräusch hörte, irgendwie ein Zischen aus Richtung der Blaubeerbüsche.

Und dann sah ich SIE:

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Eine Schlange! Mein ganzes Leben habe ich darauf gewartet, eine Schlange in der Natur zu sehen. Aber es sollte nicht passieren. Alle Leute sahen Schlangen („Wie, noch nie irgendwo ne Schlange gesehen?!“) und ich nie. Obwohl ich doch so oft nach Finnland reiste, wo es angeblich so viele Schlangen gibt. Obwohl ich auf jedem sonnigen Felsen mit ihr rechnete. Auf ‚unserem‘ Grundstück (also dem Grundstück vom Mökki in Ostfinnland) ist der ehemalige Besitzer sogar mal von einer Kreuzotter gebissen worden. Aber trotzdem hat seit 20 Jahren niemand mehr dort eine Schlange zu Gesicht bekommen.

Und nun sollte ich heute so ganz unverhofft dieses Glück haben! Und dann war es auch noch ein äußerst stattliches Exemplar von einer Schlange, bestimmt ein Meter lang! Wegen der Schmetterlingsaktion hatte ich die Kamera passenderweise griffbereit und konnte einen Schnappschuss machen. Perfekt!!!

Es handelt sich übrigens um eine harmlose Ringelnatter. Das wusste ich im Moment des Sehens jedoch nicht, es ging alles so wahnsinnig schnell und ich sah nur dieses zwischende schwarze Etwas neben mir, dass sehr schnell in den Blaubeerbüschen verschwandt.

Das war heute also meine Sonntagsfreude

P.S. Nein, ich finde Schlangen nicht niedlich und möchte auch keine Kreuzotter unter meinem Bett finden. Ehrlich gesagt finde ich so sogar richtig gruselig und unheimlich. Aber wahrscheinlich gerade deshalb wollte ich so gerne mal eine live in ihrer natürlichen Umgebung sehen 😉

Schönheit mit Schatten

Seit ich vor etwa einem Jahr erfahren habe, dass die Mumintassen* von Ar*bia mittlerweile in Thailand gefertigt werden, hatte ich eigentlich beschlossen nichts mehr davon zu kaufen. Die Preise sind ohnehin schon überteuert, steigen gefühlt jedes Jahr ungebrochen weiter… und wenn dann auch noch eine Produktionsverlagerung in Billiglohnländer stattfindet, werde ich wütend. Sinnlose Transporte, verstopften Straßen, verschmutzen Meere … ja, und wem dient eigentlich die Vergrößerung des Konzerngewinns?

Trotz aller guten Vorsätze konnte ich nicht widerstehen, nachdem ich diese Kanne gesehen hatte:

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Ich finde sie so schön, so wunderwunderwunderschön. Und bin zu dem Entschluss gekommen, dass meine Freude über die Kanne so groß ist, dass ich ausnahmsweise mal beide Augen zudrücke.

 

*zur Erklärung für alle „Nichtfinnen“: Das ist eine Porzellanserie, die mit den Figuren der von Tove Jansson entworfenen Mumingeschichten bedruckt sind. Neben gewissen Stammmotiven gibt es jedes Jahr neue Motivtassen (und Müslischalen und Teller…).  In Finnland sind die Tassen seit Jahrzehnten der Hit und in fast jedem Haushalt anzutreffen.