Archiv der Kategorie: von Herzen

Sonntagsfreunde: Ende eines langen Kapitels…

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Ja, das ist meine Masterarbeit und ja, sie ist fertig und ja, sie ist abgegeben. Endlich.

War es gut, dass ich am Anfang nicht wissen konnte, welcher unverhältnismäßige Aufwand damit verbunden sein würde? Dass ich doppelt so lange brauchen würde, wie ich eigentlich veranschlagt hatte? Ich weiß es nicht.

Eigentlich bin ich noch ziemlich sauer. Sauer, weil mir ein Thema vorschlagen wurde, das in einem halben Jahr unmachbar war, weil die Statistik, die ich anwenden musste, in keinem Seminar gelehrt wird, weil das Lehrpersonal mit anderen Dingen überarbeitet ist. Außerdem bin ich sauer auf mich selbst. Weil ich es hätte wissen müssen. Weil ich mich drauf eingelassen habe. Weil ich der ganzen Sache so viel Lebenszeit gewidmet habe. Bei der ersten Abschlussarbeit nimmt man so etwas noch eher hin. Aber jetzt, beim zweiten Mal, fiel es mir doch deutlich schwerer mit voller Motivation bei der Sache zu sein, besonders da im Moment ungewiss ist, ob ich von der Arbeit jemals in irgendeiner Art und Weise profitieren werde.

Aber ich will mich an dieser Stelle daran erinnern, dass die Abgabe der Arbeit eigentlich eine Freude ist, eine richtige Sonntagsfreude. Denn ich habe es geschafft, es ist vorbei. So ganz ist das bei mir im Kopf noch nicht angekommen. Ich habe durchgehalten, obwohl auch meine Betreuerin meinte, dass viele bei dem Aufwand das Handtuch geschmissen hätten. Und ich hatte überhaupt ein riesiges Glück, dass ich im Zuge der Auswertung diese Betreuerin bekommen habe, eine hochmotivierte Doktorandin. Sie hat es irgendwie geschafft, mir auch in Phasen größter Resignation immer wieder einen Motivationsschub zu geben weiterzumachen. Einzig und allein dadurch, dass sie positive Energie und Optimismus ausgestrahlt hat. Gleichzeitig war sie kritisch und anspruchsvoll. Meiner Meinung nach manchmal zu kritisch und anspruchsvoll. Aber im Nachhinein war es schon gut so. Immerhin ist aus der Arbeit jetzt doch noch eine runde Sache geworden.

Wer stößt mit mir an?  🍸 🍸 🍸 🍸 🍸

Dieser Artikel ist mit den Sonntagsfreunden bei Rita verlinkt.

Blogchallenge: Die Geschichte dieses Blogs

Vor ein paar Wochen wurde ich von Eeva nominiert, die Geschichte meines Blogs zu erzählen. Das hat mich wirklich gefreut. Jetzt komme ich endlich dazu, die Nominierung wahrzunehmen. Also los geht’s…. und zwischendurch zeige ich ein paar Bilder vom heutigen Frühlingsspaziergang.

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Ich habe meinen Blog mit dem Jahr 2013 eingeläutet. Damals war ich mit meinem Leben und meiner Arbeit irgendwie unzufrieden, fühlte mich einsam, ziellos und suchte einfach ein Kommunikationsventil. Ja, ich habe mir da keine großartigen Gedanken ums Konzept gemacht, ich wollte einfach mir Dinge von der Seele schreiben, aus meinem Leben berichten und mit meinen Freunden und Bekannten, die weit weg wohnten und die ich nur sehr selten sah, die Verbindung halten. Und ja, über meine neue (vorwiegend) vegane Ernährungsweise wollte ich auch gerne schreiben. Von daher fiel die Wahl auf den Namen „vegrichtung“.

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Im Wald sieht es auf den ersten Blick noch ganz kahl aus, doch es brodelt unter der Oberfläche.

Aber so optimal lief das Ganze nicht. Meine Gefühlswelt schlägt oft hohe Wellen. Ich habe manchmal die Tendenz, mich drastisch auszudrücken. Deshalb hatte ich nach diversen Blogposts ein schlechtes Gewissen und habe sie ein paar Wochen später wieder auf privat gestellt… Ein paar Monate später kam ein schwerer Schicksalsschlag hinzu: Mein Vater erlitt einen schweren Schlaganfall und sein Leben stand lange auf Messers Schneide. Nur wenig später kündigte ich meine Arbeit, zog um und begann mit Ende 20 nochmal ein Masterstudium in einer ganz anderen Branche, obwohl ich doch schon ein Diplom hatte. Parallel gingen jahrelange Freundschaften in die Brüche ohne dass ich bis heute verstanden habe, was mein Anteil daran ist. Im Nachhinein wundert es mich da kaum, dass mein Blog ein sehr schwankendes Dasein führte und sich die Art der Einträge immer wieder änderte… Mein Leben war einfach aus der Balance.

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Die ersten Leberblümchen öffnen schon ihre Kelche.

Irgendwann wollte ich aber endlich weg vom „Frustschreiben“. Es gibt so viele tolle, „professionelle“ Blogs, die ich bewunderte und immer noch bewundere. Außerdem schreibe und fotografiere ich wirklich liebend gerne, irgendwo ist in mir ist doch auch eine verkappte Journalistin. Und es gibt so viele Themen, die mich interessieren und zu denen ich wirklich etwas zu sagen habe. Ich schränkte also meine persönlichen Jammerbeiträge ein. Das fiel mir nicht ganz leicht, doch ich fühlte einfach nicht mehr gut damit, soviel von meinem Inneren preiszugeben. Ich wollte meine Energie lieber auf positive Sachen lenken, mich einfach dazu zwingen, etwas Produktives tun statt mich selbst zu bemitleiden.

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Am Waldrand blüht schon die Schlehe (?).

Irgendwann letztes Jahr gab ich diesem Blog dann auch optisch eine Neuausrichtung. Hier sollte es konsequent um meine Lieblingsthemen Reisen, veganes Kochen & Backen, Handarbeit und Natur gehen. Und ja, ein bisschen Platz für meine Reflexionen und Gedanken über das Leben und die Gesellschaft sollte es auch noch geben. Immerhin ist das hier mein persönlicher Blog und keine Fachzeitschrift.

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Und puschelige Weidenkätzchen erblicken das Licht der Welt.

So weit so gut. Ich habe es nicht bereut. Seit der Umstrukturierung habe ich zwar etwas weniger wiederholte Zugriffe auf den Blog, aber ich habe mehr neue Zugriffe von Außen und ein paar Abonnenten dazu gewonnen. Und ich fühle mich besser damit, da ich mir nicht mehr nach jedem Blogbeitrag einen Kopf machen muss, ob ich nicht etwas geschrieben habe, was ich lieber nicht hätte schreiben sollen. Allerdings bin ich trotzdem ein wenig enttäuscht darüber, dass einige Beiträge, wie z.B. der Beitrag über unseren Saaremaa-Urlaub oder meine Beiträge über die Bienen (1,2,3), eine so geringe Resonanz hervorgerufen haben. Da steckt nämlich richtig viel Arbeit und Herzblut drin. Wenn ich dann sehe, wie viele Abonennten einige andere Blogs haben und welche Resonanz manche „einfach so runtergeschriebenen“ Beiträge erhalten… mmmh, ja, dann frage ich mich manchmal, was ich eigentlich falsch mache.

 

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Die Jagd ist umstritten…

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… und das hiesige Primatenzentrum auch.

Doch eigentlich kenne ich die Antwort bereits. Es ist wohl das Dilemma meines Lebens, (wurde mir schon vor dem Abi von einem bekannten Psychologen phrophezeit, den ich damals natürlich nicht ernst nahm...). Ich mag mich nicht auf eine Richtung festlegen, bin mit keiner eingeschlagenen Richtung zufrieden, will immer wieder mal etwas Neues ausprobieren, brauche ständige Abwechslung und Inspiration… und so strecke ich in alle Richtungen meine Fühler aus, aber komme nirgendwo so weit wie ich eigentlich könnte, wenn ich all meine Energie in diese eine Richtung investieren würde. Das Gleiche gilt für meinen Blog: Wäre dies ein reiner Koch-, Reise- oder Bastelblog, hätte ich eine klare Zielgruppe, an die ich meinen Blog richten könnte. Aber so? So schreibe ich mal für die Bastler, mal für die vegan interessierten Hobbyköche, mal für die Finnland- und Skandinavienfans, mal für die Lebensphilosophen. Das ist zwar besser als gar kein Konzept, aber ein sehr Weites und kein sehr Zielorientiertes. Ich habe mir wirklich Gedanken gemacht, einen reinen Kochblog, einen reinen Reiseblog, einen reinen Handarbeitsblog zu schreiben. Aber das funktioniert für mich einfach nicht. Manchmal verreise ich für ein halbes Jahr nicht. Was sollte ich mir dann aus den Fingern saugen? Ich probiere auch nicht jede Woche neue Rezepte aus. Und wenn ich welche ausprobiere, kommen nur die auf den Blog, die mich wirklich überzeugt haben. Das sind aber eher 4 statt 52 im Jahr… Manchmal mache ich ein paar Wochen keine Handarbeiten… Und ganz ehrlich: so einen Blog schreibt man ja zum großen Teil auch für sich selbst. Damit es Spaß macht, braucht man ein paar Leser, ab und zu ein Like und ein paar Kommentare. Aber sich um den Preis einer großen Leserschaft selbst zu verbiegen, ist nicht der Sinn des Bloggens.

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Auch die Hirtentäschl blühen schon…

Also geht’s hier erstmal weiter wie bisher. Die nächsten Strickprojekte sind schon auf den Nadeln und über Ostern steht ein toller Kurzurlaub an, von dem ich sicherlich berichten werde 🙂 .

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Mir fällt gerade leider nicht ein, wen ich für die Blogchallenge nominieren könnte. Meine Erfahrung ist, dass recht viele Blogger Nominierungen und Awards nervig finden und da ich äußerst ungerne aufdringlich bin, mag ich gerade niemanden nominieren. Aber es darf ich gerne jeder Leser angesprochen fühlen.

Hier sind die Regeln:

  • Die Challenge ist für jede Art von Blog offen (egal über welches Thema geschrieben wird). Du darfst erst teilnehmen, wenn Du die Challenge bekommen hast (falls Du weisst, dass jemand sie erhalten hat, darfst du natürlich fragen, ob Du sie auch bekommst).
  • Veröffentliche die Geschichte Deines Blogs auf Deinem Blog: wie begann der Blog, wie hat er sich mit der Zeit entwickelt, welche Höhepukte gab es bisher…
  • Fordere 4 weitere Blogs auf, ihre Geschichte aufzuschreiben. Falls jemand die Challenge verweigert, schicke sie an jemanden anders.
  • Denke daran (mit Link) zu erwähnen von wem Du die Challenge bekommen hast und an wen Du sie weiterschickst.
  • Falls Du auch bei Instagram bist, verwende den Hashtag #diegeschichtediesesblogs (auf Finnisch: #blogisitarina). Die Challenge wurde gestartet vom Blog kototeko aus Finnland.

Bye, bye 2015….Good morning 2016

11 Stunden Auto-Flugzeug-Bahn-Bus liegen hinter mir sowie mindestens 1 Stunde Blogs nachlesen. Eine knappe Woche habe ich mit R. in Helsinki entspannt, fantastisch vegan und vegetarisch gegessen und tolle Stoffe eingekauft. Ach, Finnland tut irgendwie immer gut :).

Jetzt läute ich auch hier auf dem Blog das Neue Jahr ein:
Willkommen 2016, hoffentlich wirst du ein gutes Jahr… !

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Das Motiv ist von Tove Jansson, u.a. abgedruckt in „Muminpappans memoarer“.

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Weihnachtsgedanken

Langsam aber sicher geht dieses seltsame Jahr zuneige.  Jedes Jahr nehme ich es mir aufs Neue vor, die Vorweihnachtszeit zu genießen, endlich mal Karten per Hand zu schreiben, zu basteln, dafür zu sorgen, dass ich mich nicht am 23. Dezember um die letzten Weihnachtsgeschenke kümmern muss. Dieses Jahr bin ich schon wieder daran gescheitert. Immerhin zum Backen bin ich gekommen und habe ein paar Tannenzweige in der Wohnung drapiert – aber das ist auch so ziemlich das Einzige…

Überhaupt Geschenke. Dieses Thema stresst mich. Ich schenke gerne, wenn ich eine gute Idee habe, wenn jemand wirklich etwas braucht, wenn ich weiß, dass jemand an einer bestimmten Sache einfach extrem große Freude hat. Aber Schenken um des Schenkens willen?

Meiner Meinung nach horten wir ohnehin viel zu viele Dinge. Mal ehrlich, von vielen Dingen braucht man eigentlich nur ein oder wenige Exemplare. Schön, langlebig, hochwertig. Alles andere ist meist Ballast, der uns oft nur beschwert und langfristig nicht glücklich macht.

Ich bin seit langem bemüht, mir nicht mehr unnötigen Ballast aufzuhalsen. Manchmal erfordert das ein bisschen Disziplin, aber so schwer ist es eigentlich gar nicht. Gestern – beim Stadtbummel  – war ich ein paar Mal kurz davor schwach zu werden. Die eine Teedose im Rossman war ja schon sehr hübsch. Und bei Depot sieht immer alles toll aus. Also optisch. Und was es nicht alles gibt. So hübsch kann man Dinge verpacken. Ich hatte mehrfach irgendwas in der Hand und war schon auf dem Weg zur Kasse. Aber wer mich kennt, weiß ich, dass ich ziemlich streng bin – mit anderen, aber ganz besonders mit mir selbst 😀 . Ich fragte mich: „Heike, brauchst du das? Macht dich das glücklicher? Hübsch verpackte Geschenke sind toll, aber mal ehrlich, kommt es nich eher auf den Inhalt an als auf die Verpackung? Was wird hinterher mit der hübschen Verpackung passieren? Kannst du nicht irgendwelche alten Bestände zu Hause aufbrauchen, kreativ werden, upcyceln anstatt diese Dinge zu kaufen, die du nicht brauchst, die deine vollen Schubladen noch voller machen?“

Ja, und jedesmal bin ich wieder zurückgegangen und habe alles wieder zurück ins Regal gelegt. Hinterher habe ich keinen Gedanken mehr an die Teedose und den Dekokram von Depot verschwendet. So ist es mir schon öfters ergangen. Je länger ich über etwas nachgedacht habe, desto unsinniger erschien mir der Kauf und hinterher fühlte ich mich nur erleichtert, weil ich mich nicht mit weiterem Ballast beschwert hatte.

Mich vom Ballast im Kopf zu befreien fällt mir leider deutlich schwerer als mich vom materiellen Ballast zu lösen. Da wächst der Stapel leider immer noch… deshalb mein Weihnachtswunsch für die Zukunft: Wichtiges von Unwichtigem besser trennen zu können, alte Gespenster zu vertreiben, Persönliches nicht zu persönlich zu nehmen…

Habt ein schönes Weihnachtsfest ohne überflüssigen Ballast egal in welcher Form, nehmt euch Zeit und genießt die Tage, ob allein, oder mit Freunden und Familie ❤ !

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Glücklich macht mich…

…wenn ich den Paddock betrete, alle Pferde an der Raufe gemütlich Heu zermalmen, ich in den Schuppen gehe, um das Halfter zu holen und plötzlich, als ich wieder herauskomme, das beste und liebste Quarterhorse überhaupt der Monsieur vor der Tür steht und mit gespitzten Ohren darauf wartet, den Kopf von selbst in das Halfter zu stecken ❤ ❤ <3.

Es ist eine wunderschöne Erfahrung, zu merken, dass man langsam ein „Team“ wird mit einem Pferd. Oft hat man (jedenfalls ich) ja doch irgendwie eher das Gefühl, dass die Pferde ihr Schicksal „ertragen“, um des lieben Friedens Willen mitmachen oder halt auch eben nicht. Gerade meine Reitbeteiligung ist ein Pferd, bei dem ich lange den Eindruck hatte, dass er zwar sehr, sehr brav ist, sehr souverän, aber auch irgendwie unnahbar. Doch seit ein paar Monaten gibt es immer mehr Anzeichen, dass er sich freut, wenn ich komme. Und DAS freut mich!

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Meine Meinung zur Flüchtlingsdebatte

Kaum ein Blog, in dem derzeit nicht über Flüchtlinge geschrieben wird, meist unter dem Tag „Blogger für Flüchtlinge – Refugees welcome“. Und wenn’s zu einem Blogbeitrag nicht reicht, dann muss wenigstens ein Instagram-Foto her von den gespendeten Gegenständen oder dem neu erworbenen T-Shirt mit der Aufschrift „Refugees welcome“. Und dann wird sich gegenseitig beweihräuchert und über „den braunen Mob“ gewettert.

Vielleicht mache ich mich jetzt unbeliebt. Aber ich finde viele dieser Beiträge nicht besonders gelungen. Dass Gewalt gegen Fremde keine Lösung ist, ist vollkommen logisch. Dass man aber auch alle anderen, die die ganze Flüchtlingsthematik ein wenig kritisch betrachten, kollektiv als „brauner Mob“ (stellvertretend für alle anderen Ausdrücke aus dieser Richtung) beschimpft, finde ich ehrlich gesagt ziemlich daneben. Liebe Bloggerwelt: So funktioniert das nicht. Wenn man möchte, dass jemand seine Meinung ändert, wenn man jemanden zum Nachdenken anregen will, muss man ihn mit Respekt behandeln und seine Bedenken ernst nehmen – auch wenn man sie nicht teilen sollte. Oder lasst ihr euch von jemandem etwas sagen, der euch „Idiot“ nennt?

Aber ganz davon abgesehen, wollte ich noch etwas anderes schreiben. Flüchtlingen zu helfen ist eine Sache, Fluchtursachen zu verhindern und einzudämmen die andere. Und ich glaube wir sind uns einig, dass diese Sache im langen Lauf nicht nur deutlich schwieriger, sondern auch deutlich wichtiger ist – oder?

Insbesondere aus diesem Grund frage ich mich, wo die jetzt plötzlich laut gewordenen Stimmen denn damals waren…

… als gewisse Länder Libyen vom „bösen Diktator“ retten wollten und Deutschland sogar Feigheit vorgeworfen wurde, weil man sich einer militärischen Aktion enthielt?

… als der Syrienkonflikt entbrannte und gewisse Länder Waffen an die „guten Rebellen“ gegen den „bösen Diktator“ lieferten – umjubelt von den gleichgeschalteten Medien?

(und ganz nebenbei: welche Verantwortung zeigen jetzt die Länder, die damals an der Spitze der Einmischungspolitik standen, die schwere Waffen und große Worte geschwungen haben?)

Ich frage mich auch, wo sind die jetzigen Aktivisten, wenn es darum geht…

… den eigenen Konsum einzuschränken, weil es die Umwelt und damit die Lebensgrundlage vieler Menschen (und Tiere) nicht nur, aber vor allem in Entwicklungsländern zerstört?

… fair zu kaufen, für bestimmte Produkte ein bisschen mehr zu bezahlen, weil damit den Arbeitern – wo auch immer in der Welt sie sind – eine Lebensperspektive ermöglicht wird?

… unser Wirtschaftssystem umzukrempeln und den Wachstumsfetisch endlich zu verabschieden?

So lange sich diese Dinge nicht ändern, können wir noch so viele Kleider – genäht von unterbezahlten Arbeiterinnen in Pakistan oder Bangladesch, aus Baumwolle, die mit einem bunten Cocktail aus Pestiziden behandelt und mit Wasser aus austrocknenden Flüssen bewässert wurde, und ein paar Mal um die ganze Welt transportiert (billigem Al-Qaida Treibstoff sei Dank!), weil irgendein Arbeitsschritt irgendwo billiger ist – usw. usf. spenden: es mag dem einzelnen Individuum helfen, aber an der Gesamtsituation auf der Welt ändert es leider kaum etwas.