Herbstsocken im Frühjahr

Die letzten 1-2 Wochen spüre ich den Frühling so stark in mir. Ich stehe nicht nur freiillig früh auf, sondern auch die Plagerei mit der Masterarbeit ist schon fast wieder vergessen und ich würde mich so gerne in ein neues Abenteuer stürzen. Leider wartet da draußen im Moment aber kein neues Abenteuer nach meinem Geschmack. Irgendwie ist ab einem gewissen Alter die Zeit der Abenteuer vorbei. Darüber habe ich heute viel nachgedacht und mir vorgenommen, über das Thema bald zu bloggen.

Nun jedenfalls sitze ich hier, implodiere innerlich vor Abenteuerlust (jepp, am liebsten würde ich gerade mit Andreas Kieling losziehen und ein paar Wochen in der Wildnis campieren o_O ) und stricke Socken…

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Immerhin sind sie schön geworden – meine Frühlingssocken in den geliebten Herbstfarben, die ich heute auch mal bei RUMS verlinkt habe. Die Inspiration dafür (und für viele weitere paar Socken…) habe ich bei Stine und Stich gefunden.

Das Muster lässt sich super gut stricken, das einzig wirklich Lästige ist das Vernähen der Fäden. Die Ferse ist wieder verstärkt, diesmal nach dieser Anleitung. Gefällt mir bislang gut.

 

 

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Sonntagsfreunde: Ende eines langen Kapitels…

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Ja, das ist meine Masterarbeit und ja, sie ist fertig und ja, sie ist abgegeben. Endlich.

War es gut, dass ich am Anfang nicht wissen konnte, welcher unverhältnismäßige Aufwand damit verbunden sein würde? Dass ich doppelt so lange brauchen würde, wie ich eigentlich veranschlagt hatte? Ich weiß es nicht.

Eigentlich bin ich noch ziemlich sauer. Sauer, weil mir ein Thema vorschlagen wurde, das in einem halben Jahr unmachbar war, weil die Statistik, die ich anwenden musste, in keinem Seminar gelehrt wird, weil das Lehrpersonal mit anderen Dingen überarbeitet ist. Außerdem bin ich sauer auf mich selbst. Weil ich es hätte wissen müssen. Weil ich mich drauf eingelassen habe. Weil ich der ganzen Sache so viel Lebenszeit gewidmet habe. Bei der ersten Abschlussarbeit nimmt man so etwas noch eher hin. Aber jetzt, beim zweiten Mal, fiel es mir doch deutlich schwerer mit voller Motivation bei der Sache zu sein, besonders da im Moment ungewiss ist, ob ich von der Arbeit jemals in irgendeiner Art und Weise profitieren werde.

Aber ich will mich an dieser Stelle daran erinnern, dass die Abgabe der Arbeit eigentlich eine Freude ist, eine richtige Sonntagsfreude. Denn ich habe es geschafft, es ist vorbei. So ganz ist das bei mir im Kopf noch nicht angekommen. Ich habe durchgehalten, obwohl auch meine Betreuerin meinte, dass viele bei dem Aufwand das Handtuch geschmissen hätten. Und ich hatte überhaupt ein riesiges Glück, dass ich im Zuge der Auswertung diese Betreuerin bekommen habe, eine hochmotivierte Doktorandin. Sie hat es irgendwie geschafft, mir auch in Phasen größter Resignation immer wieder einen Motivationsschub zu geben weiterzumachen. Einzig und allein dadurch, dass sie positive Energie und Optimismus ausgestrahlt hat. Gleichzeitig war sie kritisch und anspruchsvoll. Meiner Meinung nach manchmal zu kritisch und anspruchsvoll. Aber im Nachhinein war es schon gut so. Immerhin ist aus der Arbeit jetzt doch noch eine runde Sache geworden.

Wer stößt mit mir an?  🍸 🍸 🍸 🍸 🍸

Dieser Artikel ist mit den Sonntagsfreunden bei Rita verlinkt.

Blogchallenge: Die Geschichte dieses Blogs

Vor ein paar Wochen wurde ich von Eeva nominiert, die Geschichte meines Blogs zu erzählen. Das hat mich wirklich gefreut. Jetzt komme ich endlich dazu, die Nominierung wahrzunehmen. Also los geht’s…. und zwischendurch zeige ich ein paar Bilder vom heutigen Frühlingsspaziergang.

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Ich habe meinen Blog mit dem Jahr 2013 eingeläutet. Damals war ich mit meinem Leben und meiner Arbeit irgendwie unzufrieden, fühlte mich einsam, ziellos und suchte einfach ein Kommunikationsventil. Ja, ich habe mir da keine großartigen Gedanken ums Konzept gemacht, ich wollte einfach mir Dinge von der Seele schreiben, aus meinem Leben berichten und mit meinen Freunden und Bekannten, die weit weg wohnten und die ich nur sehr selten sah, die Verbindung halten. Und ja, über meine neue (vorwiegend) vegane Ernährungsweise wollte ich auch gerne schreiben. Von daher fiel die Wahl auf den Namen „vegrichtung“.

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Im Wald sieht es auf den ersten Blick noch ganz kahl aus, doch es brodelt unter der Oberfläche.

Aber so optimal lief das Ganze nicht. Meine Gefühlswelt schlägt oft hohe Wellen. Ich habe manchmal die Tendenz, mich drastisch auszudrücken. Deshalb hatte ich nach diversen Blogposts ein schlechtes Gewissen und habe sie ein paar Wochen später wieder auf privat gestellt… Ein paar Monate später kam ein schwerer Schicksalsschlag hinzu: Mein Vater erlitt einen schweren Schlaganfall und sein Leben stand lange auf Messers Schneide. Nur wenig später kündigte ich meine Arbeit, zog um und begann mit Ende 20 nochmal ein Masterstudium in einer ganz anderen Branche, obwohl ich doch schon ein Diplom hatte. Parallel gingen jahrelange Freundschaften in die Brüche ohne dass ich bis heute verstanden habe, was mein Anteil daran ist. Im Nachhinein wundert es mich da kaum, dass mein Blog ein sehr schwankendes Dasein führte und sich die Art der Einträge immer wieder änderte… Mein Leben war einfach aus der Balance.

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Die ersten Leberblümchen öffnen schon ihre Kelche.

Irgendwann wollte ich aber endlich weg vom „Frustschreiben“. Es gibt so viele tolle, „professionelle“ Blogs, die ich bewunderte und immer noch bewundere. Außerdem schreibe und fotografiere ich wirklich liebend gerne, irgendwo ist in mir ist doch auch eine verkappte Journalistin. Und es gibt so viele Themen, die mich interessieren und zu denen ich wirklich etwas zu sagen habe. Ich schränkte also meine persönlichen Jammerbeiträge ein. Das fiel mir nicht ganz leicht, doch ich fühlte einfach nicht mehr gut damit, soviel von meinem Inneren preiszugeben. Ich wollte meine Energie lieber auf positive Sachen lenken, mich einfach dazu zwingen, etwas Produktives tun statt mich selbst zu bemitleiden.

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Am Waldrand blüht schon die Schlehe (?).

Irgendwann letztes Jahr gab ich diesem Blog dann auch optisch eine Neuausrichtung. Hier sollte es konsequent um meine Lieblingsthemen Reisen, veganes Kochen & Backen, Handarbeit und Natur gehen. Und ja, ein bisschen Platz für meine Reflexionen und Gedanken über das Leben und die Gesellschaft sollte es auch noch geben. Immerhin ist das hier mein persönlicher Blog und keine Fachzeitschrift.

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Und puschelige Weidenkätzchen erblicken das Licht der Welt.

So weit so gut. Ich habe es nicht bereut. Seit der Umstrukturierung habe ich zwar etwas weniger wiederholte Zugriffe auf den Blog, aber ich habe mehr neue Zugriffe von Außen und ein paar Abonnenten dazu gewonnen. Und ich fühle mich besser damit, da ich mir nicht mehr nach jedem Blogbeitrag einen Kopf machen muss, ob ich nicht etwas geschrieben habe, was ich lieber nicht hätte schreiben sollen. Allerdings bin ich trotzdem ein wenig enttäuscht darüber, dass einige Beiträge, wie z.B. der Beitrag über unseren Saaremaa-Urlaub oder meine Beiträge über die Bienen (1,2,3), eine so geringe Resonanz hervorgerufen haben. Da steckt nämlich richtig viel Arbeit und Herzblut drin. Wenn ich dann sehe, wie viele Abonennten einige andere Blogs haben und welche Resonanz manche „einfach so runtergeschriebenen“ Beiträge erhalten… mmmh, ja, dann frage ich mich manchmal, was ich eigentlich falsch mache.

 

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Die Jagd ist umstritten…

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… und das hiesige Primatenzentrum auch.

Doch eigentlich kenne ich die Antwort bereits. Es ist wohl das Dilemma meines Lebens, (wurde mir schon vor dem Abi von einem bekannten Psychologen phrophezeit, den ich damals natürlich nicht ernst nahm...). Ich mag mich nicht auf eine Richtung festlegen, bin mit keiner eingeschlagenen Richtung zufrieden, will immer wieder mal etwas Neues ausprobieren, brauche ständige Abwechslung und Inspiration… und so strecke ich in alle Richtungen meine Fühler aus, aber komme nirgendwo so weit wie ich eigentlich könnte, wenn ich all meine Energie in diese eine Richtung investieren würde. Das Gleiche gilt für meinen Blog: Wäre dies ein reiner Koch-, Reise- oder Bastelblog, hätte ich eine klare Zielgruppe, an die ich meinen Blog richten könnte. Aber so? So schreibe ich mal für die Bastler, mal für die vegan interessierten Hobbyköche, mal für die Finnland- und Skandinavienfans, mal für die Lebensphilosophen. Das ist zwar besser als gar kein Konzept, aber ein sehr Weites und kein sehr Zielorientiertes. Ich habe mir wirklich Gedanken gemacht, einen reinen Kochblog, einen reinen Reiseblog, einen reinen Handarbeitsblog zu schreiben. Aber das funktioniert für mich einfach nicht. Manchmal verreise ich für ein halbes Jahr nicht. Was sollte ich mir dann aus den Fingern saugen? Ich probiere auch nicht jede Woche neue Rezepte aus. Und wenn ich welche ausprobiere, kommen nur die auf den Blog, die mich wirklich überzeugt haben. Das sind aber eher 4 statt 52 im Jahr… Manchmal mache ich ein paar Wochen keine Handarbeiten… Und ganz ehrlich: so einen Blog schreibt man ja zum großen Teil auch für sich selbst. Damit es Spaß macht, braucht man ein paar Leser, ab und zu ein Like und ein paar Kommentare. Aber sich um den Preis einer großen Leserschaft selbst zu verbiegen, ist nicht der Sinn des Bloggens.

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Auch die Hirtentäschl blühen schon…

Also geht’s hier erstmal weiter wie bisher. Die nächsten Strickprojekte sind schon auf den Nadeln und über Ostern steht ein toller Kurzurlaub an, von dem ich sicherlich berichten werde 🙂 .

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Mir fällt gerade leider nicht ein, wen ich für die Blogchallenge nominieren könnte. Meine Erfahrung ist, dass recht viele Blogger Nominierungen und Awards nervig finden und da ich äußerst ungerne aufdringlich bin, mag ich gerade niemanden nominieren. Aber es darf ich gerne jeder Leser angesprochen fühlen.

Hier sind die Regeln:

  • Die Challenge ist für jede Art von Blog offen (egal über welches Thema geschrieben wird). Du darfst erst teilnehmen, wenn Du die Challenge bekommen hast (falls Du weisst, dass jemand sie erhalten hat, darfst du natürlich fragen, ob Du sie auch bekommst).
  • Veröffentliche die Geschichte Deines Blogs auf Deinem Blog: wie begann der Blog, wie hat er sich mit der Zeit entwickelt, welche Höhepukte gab es bisher…
  • Fordere 4 weitere Blogs auf, ihre Geschichte aufzuschreiben. Falls jemand die Challenge verweigert, schicke sie an jemanden anders.
  • Denke daran (mit Link) zu erwähnen von wem Du die Challenge bekommen hast und an wen Du sie weiterschickst.
  • Falls Du auch bei Instagram bist, verwende den Hashtag #diegeschichtediesesblogs (auf Finnisch: #blogisitarina). Die Challenge wurde gestartet vom Blog kototeko aus Finnland.

Norwegerpulli

Im Moment komme ich kaum zum Bloggen… Es gibt einfach so viel zu tun, so viel zu überlegen… und „ganz nebenbei“ muss auch die verhexte Masterarbeit noch den letzten Schliff bekommen. Zum Stricken komme ich deswegen leider nur selten. Aber jetzt ist endlich der Norwegerpulli fertig geworden, den ich schon irgendwann im Herbst begonnen hatte. So lange habe ich, glaube ich, noch nie für einen Pulli gebraucht.

Der Pullover ist ein Geschenk für R. Er hatte sich dieses Modell ausgesucht. Die Farben wurden natürlich den eigenen Wünschen angepasst, aber ansonsten habe ich ganz nach der Anleitung von Drops Design gestrickt. Ich finde es wirklich toll, dass es von Drops solch eine unendliche Fülle an kostenlosen Anleitungen gibt. Aber einige Schritte sollten meiner Meinung nach genauer erklärt werden. Ich habe mich zwar durch diese Anleitung ganz gut durchgewurschtelt, doch einige Stellen wären mit einer detaillierteren Anleitung sicher besser/ordentlicher geworden. Gestrickt habe ich mit Drops Karisma Wolle. Die ist zwar recht günstig und lässt sich auch ganz gut verstricken, aber die Qualität hat mich zum Teil schockiert. In mehreren Knäueln war der Faden gerissen und einfach wieder zusammengeknotet. Sowas habe ich sonst noch nie gehabt, egal bei welchem Hersteller.

Aber lange Rede, kurzer Sinn. Der Pullover ist endlich fertig und ich hoffe, der Winter ist noch nicht ganz vorbei, sodass er auch noch ein wenig zum Einsatz kommt…

Malai Kofta mit cremiger Soße und Naan [vegan]

Zu Weihnachten hatte ich meiner Mama geschenkt, dass ich an einem Tag für uns alle indisch koche. Dieser Tag war gestern. Und es wurde definitiv das beste indische Essen, das ich je gekocht habe. Es war sogar besser als bei meinem Lieblingsnepalesen in Helsinki, was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Deshalb muss ich hier unbedingt festhalten, aus welchen Komponenten sich das Ganze zusammengesetzt hat.

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Übrigens war ich bislang immer der Meinung, dass man indisches Essen zwar gut veganisieren kann, dass der perfekte Kick allerdings doch meist ein bisschen „richtige“ Sahne, Ghee, Kuhmilchjoghurt oder Paneer Käse erfordert. Nope. Ich habe mich offensichtlich geirrt. Gestern waren wir ganz vegan unterwegs und ganz ehrlich: wenn ich es nicht selbst zubereitet hätte, hätte ich nicht geglaubt, dass da keine Milchprodukte drin sind.

Ich habe mich bei diesem Gericht stark von anderen Rezepten inspirieren lassen. Neu sind nur kleinere Änderungen und die Kombination der Soße mit den Malai Kofta. Weiterlesen

Lappland im Winter. Über den Tourismus, – 30°C und das Eisloch

Vor ein paar Tagen war ich nach gut zwei Jahren wieder mit meinen Kollegen in Lappland. Schnee, Winter, Arktis, rosafarbener Himmel, Sauna, Eisloch, Husky, Motorschlitten… das ganze Repertoire. Mit den Kollegen unterwegs zu sein bedeutet immer unglaublich viel Programm in eine unglaublich kurze Zeit zu stopfen. Es ist zum Umfallen anstrengend, aber die gute Stimmung wiegt das meist wieder auf. Dieses Mal wollte sich jedoch der Nachtschlaf bei mir nicht einfinden. Tagsüber war ich so übermüdet, dass ich die Reise leider nicht richtig genießen konnte. Schade. Wir waren nämlich an allen Orten nur so kurz, dass ich sie gerne wenigstens mit allen Sinnen genossen und erlebt hätte anstatt mich nachts stundenlang in den Laken zu wälzen und am nächsten Morgen trotzdem zu spät zum Frühstück zu erscheinen, während die anderen schon ihre erste Erkundungstour hinter sich hatten.

Trotzdem möchte ich einige Gedanken und Erlebnisse hier teilen, denn Lappland im Winter ist für mich bislang immer eine Extremerfahrung gewesen, ein unvergessliches Erlebnis, das durchaus auch zwiespältige Gefühle in mir auslöst.

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Hauptstraße

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Winterwonderland

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Die Sonne, die erst vor wenigen Stunden über den Horzizont geklettert ist, sinkt schon wieder. Es ist Mittagszeit.

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