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Blogparade: Was würde Dein veganes Leben enorm erleichtern?

In letzter Zeit bin ich gleich zweimal persönlich zu einer Blogparade eingeladen worden. Wow, das bin ich mit meinem kleinen Blog hier ja so gar nicht gewöhnt.

 Die erste Blogparade habe ich verpasst, aber an der zweiten Bloparade von Stefanie (http://du-veraenderst-die-welt.de/ueber-mich) nehme ich gerne teil.

 Die Frage ist:

„Stell Dir vor alles ist möglich: was würde Dein veganes Leben enorm erleichtern?“

Eine spannende Frage, über die ich auch erstmal einen Moment nachdenken musste.

Zunächst möchte ich nochmal kurz klarstellen, dass ich kein veganes Leben führe. Ich esse an den allermeisten Tagen vegan und versuche generell wenig zu konsumieren, insbesondere Plastik, Wegwerfartikel und tierische Produkte. So richtig passe ich in keine Schublade. Aber darum soll es ja auch nicht gehen. Sondern es geht darum, was mir ein veganes Leben enorm erleichtern würde.

Vor wenigen Jahren hätte ich mir wahrscheinlich hauptsächlich irgendwelche neuen Produkte gewünscht. Aber in dem Bereich hat sich so irre viel getan. Bei Edeka und Rewe gibt es mittlerweile richtig viele vegane Produkte. Und auch die Hersteller haben aufgerüstet. Veganes Eis, Joghurt, Quark, Brotaufstriche, Tofu – dafür muss ich heute nicht mehr in den Bioladen, sondern das gibt’s bei mir um die Ecke. Ganz abgesehen davon, konsumiere ich gar nicht besonders viele speziell vegane Produkte, sondern koche „ganz normal“ vegan mit viel Gemüse.

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…eigener Dill vom Balkon!

Auch viele Gaststätten bieten mittlerweile vegane Gerichte an. Die Auswahl könnte natürlich deutlich größer und vor allem einfallsreicher sein. Wer will schon auswärts immer Spaghetti mit Cocktailtomaten und Rucolasalat essen? Das mache ich mir lieber zu Hause selbst in 10 Minuten. Die vegane Küche hat deutlich einfallsreichere Gerichte zu bieten und unsere Gaststättenküche haben auf dem Gebiet noch viel aufzuholen. Aber tendentiell ist auch da ganz viel Bewegung in der Sache und da ich nicht jede Woche essen gehe, ist das auch nichts, was mir ein veganes Leben enorm erleichtern würde.

Gibt es eigentlich überhaupt etwas, das mir ein veganes Leben enorm erleichtern würde? So schwer ist es eigentlich nicht, in Deutschland vegan zu leben, wenn man es denn wirklich will.

Mir sind aber 3 Dinge ein gefallen, die ich schon sehr begrüßenswert fände:

  1. Veganer Kuchen vom Bäcker oder im Café. Ich liebe Gebäck – vor allem Kuchen, Torten, alles mit Schokolade, doch nicht immer habe ich die Zeit zum Backen und beim Bäcker gibt es für Veganer wirklich nichts außer trockenen Brötchen. Maximal noch ein Laugenbretzel. In allem Süßen, Schokoladigen, Leckeren ist Milch und Ei drin. Und die Verkäuferinnen wissen meist noch nicht einmal was „vegan“ bedeutet.

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    Erste eigene Radieschen 🙂

  2. Mehr plastikfreies, regionales, saisonales, frisches Obst und Gemüse. Die Qualität von Obst und Gemüse bei uns in den Supermärkten finde ich ehrlich gesagt desaströs. Besonders nach 17 Uhr. Vieles ist angegammelt, nicht mehr wirklich frisch und – ganz schlimm – in Plastik eingepackt. Der Plastikwahn wird immer schlimmer und macht mich einfach sowas von wütend. Es macht einfach keinen Sinn! Ich will vegan essen für mein Gewissen. Ich kann aber nicht guten Gewissens essen, wenn ich mit meinem Essen einen Plastikmüllberg produziere. Ganz davon abgesehen ist Plastik gesundheitsschädlich und man weiß beim Plastegemüse auch nie, ob es frisch ist. Rucola-Salat oder Brokkoli ist es meistens nicht. So hat man nicht nur den Plastemüll, sondern kann das Gemüse gleich in die Tonne kicken. Geht gar nicht.

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    Der Schnittlach blüht!

  3. Eine Änderung der Einstellung der Allgemeinheit: Einfach mehr OFFENHEIT. Nicht jeder muss zum Veganer mutieren, aber warum verschließen gefühlte 95% der Bevölkerung die Augen vor den gigantischen ethischen und ökologischen Problemen, die der Verzehr von tierischen Produkten mit sich bringt? Wo ist sie, die christliche Nächstenliebe, die Empathie? Warum nicht einfach mal zwischendurch mehr Veganes kochen ohne Vorbehalte und dumme Sprüche? Ich fände es deutlich befriedigender, vegan(er) zu leben, wenn ich das Gefühl hätte, dass alle zusammen an einem Strang ziehen und wir zusammen nach Lösungen suchen, um die Probleme der Gegenwart zu bekämpfen. Wenn ich aber das Gefühl habe, dass der Mehrheit ohnehin alles egal ist, dann ist „vegan leben“ für mich ein Zeichen des Protests, aber es fühlt sich ziemlich hoffnungslos an.
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    Und nochmal der Dill, weil er diesmal so schön gedeiht…

    So, das waren meine 2 Cents zur Frage. Danke nochmal für die Einladung zur Blogparade, liebe Stefanie! Ich in gespannt, was die anderen so schreiben.

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