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Nader und Simin

In diesem Jahr habe ich wirklich eine Unmenge an Filmen verschlungen und sogar eine ungeahnte Liebe für Hollywoodstreifen entwickelt (ich und Hollywood…wenn mir das jemand vor 5 Jahren prophezeit hätte, hätte ich ihn für verrückt erklärt). Aber der richtige Kracher war irgendwie trotzdem nicht dabei gewesen. Damit meine ich solch einen Film, während dessen man sich nicht nur amüsiert, sondern der einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Und dann kam er doch noch. „Nader und Simin – eine Trennung“ ist der beste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe. Es handelt sich um ein iranisches Drama. Ich war von der 1. bis zur 118. Minute gefesselt von der Geschichte. Zum Inhalt schreibe ich bewusst nichts, aber es geht vor allem um Schuld, Wahrheit und Verantwortung. Eindeutige Antworten werden nicht gegeben, sondern der Zuschauer kann für sich überlegen, wer Schuld an der Situation ist, was die Wahrheit ist und welche Handlungsalternative am verantwortungsvollsten ist. Die Hauptpersonen repräsentieren unterschiedliche Sichtweisen und auf eine gewisse Art und Weise gibt es Argumente für jede dieser Sichtweisen.

Der Film ist supergut gemacht, total nah dran am richtigen Leben, kein bisschen übertrieben und man bekommt einen richtig interessanten Einblick in das Leben im Iran und unterschiedliche gesellschaftliche Probleme (mit anderen Worten: genau die richtige Nahrung für mein latentes Globetrotter-Gen).

Also… wenn ihr mal Lust auf etwas „Tiefsinnigeres“habt, das trotzdem fesselnd ist, dann ist „Nader und Simin“ mein Tipp 😉 .

Ich gebe dem Film

Na, wäre das war für euch? Welche Art von Filmen schaut ihr bevorzugt?

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In einer besseren Welt [Hævnen]

Wir haben gestern festgestellt, dass die hiesige Stadtbibliothek eine wirklich große Auswahl an interessanten Filmen bietet, und uns spontan den dänischen Film „In einer besseren Welt“ [Hævnen]“ von Susanne Bier ausgeliehen.

Ich muss vorweg nehmen: Ich liebe das dänische Kino. Während meiner Zeit in Dänemark habe ich mir jede Woche (übrigens kostenlos!) Filme aus der Bibliothek ausgeliehen und so viele Filmabende in meinem Bett abgehalten wie nie zuvor und nie später. Dänische Filme, wie zum Teil auch viele andere schwedische, norwegische und finnische Filme, sind meistens nicht so schrecklich kitschig und lebensfern wie anglosachsische Filme oder langweilig wie französische Filme. Auch deutsche Filme gefallen mir immer seltener, da sie immer platten werden und immer mehr in die amerikanische Richtung abdriften.

Jedenfalls: der gestrige Film war mal wieder ein richtiges Highlight, fesselnd von der ersten Minute bis zum Schluss und so viele Fragen aufwerfend, dass man hinterher noch lange diskutieren kann :). Es geht um große Fragen wie Verantwortung (zum Teil für die eigene Familie versus Arbeiten „für eine bessere Welt“), Rache, Schuld, Vergebung, Liebe… verpackt in einer spannende Geschichte, die in Dänemark und im Darfur spielt, besetzt mit großartigen Schauspielern.

Ja, und wenn ich seit langem wieder den Klang der dänischen Sprache hören darf, bin ich sowieso gleich wieder hin & weg 😛 .