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Im Schärengebiet von Porvoo

Der finnische Sommer ist wirklich noch gekommen. Gestern waren wir im Schärengarten von Porvoo auf einer Insel, wo es ein weiteres Sommerhaus der Familie von R. gibt.

Die Zeit ist dort irgendwo in den 1960er Jahren stehen geblieben. Es gibt keine Straßen, keine Autos, aber viele, viele Sommerhäuser im Wald und am Strand zerstreut, die man nur mit dem eigenen Boot und über waldige Trampelpfade erreichen kann. Im Sommer* kommt 2 x pro Woche das Kaufmannsboot. Sonst gibt es nichts, was das zivilisatorische Herz begehrt.

Stattdessen gibt es Schärengartenromantik, Stille und Natur. Und Schlangen… ich habe nämlich schon wieder eine Ringelnatter gesehen, nachdem ich vorher fast über eine alte  Schlangenhaut gestolpert bin und auf dem Bootssteg bereits die sterblichen Überreste einer verendeten Schlage bewundert hatte. Leider war das lebendige Exemplar zu fix für ein Foto. Sie ist einfach zwischen ein paar Steinen verschwunden und ward‘ – obwohl ich die Steine peinlichst genau beobachtete – für den Rest des Tages nicht mehr gesehen.

DSC_1452Aufbruch vom Bootshafen

DSC_1456… und ab geht die Post!

DSC_1462  Angekommen.DSC_1510Ruderboot geholt, Boot zur Boje gefahren, geparkt und mit dem Ruderboot zum Strand gerudert.

DSC_1533Einfach nur da gewesen.

DSC_1497DSC_1527 Leider ist es für Außenstehende schwer in den Genuss dieser herrlichen finnischen Natur zu kommen. Anders als in Schweden, wo es einen so genanntes „Strandschutzgesetz“ (Strandskydd) gibt, das sicherstellt, dass alle die Möglichkeit haben, den Strand zu genießen und dieser nicht von Privateigentümern bebaut wird, gibt es in Finnland ein solches Gesetz nicht. In den schönsten Landschaften kommt man oft einfach nicht an den Strand, der meist in Privatbesitz, mit Sommerhäusern bebaut und nur über Privatwege zu erreichen ist. Da hilft nur eins: Selbst so ein Sommerhaus mieten oder jemanden kennen, der einen mit in sein Haus nimmt. Oder mit dem Boot die Landschaft erkunden.

* bzw. der Zeitspanne, die Finnen als Sommer bezeichnen… August gehört da aus unerfindlichen Gründen nicht mehr zu

Endlich… !

Wie der ein oder andere Blogleser vielleicht schon mitbekommen hat, verbringen wir – sofern es irgendwie möglich ist – jeden Sommer einige Zeit im Sommerhaus („Mökki“) von R’s Familie in Ostfinnland. Jetzt waren wir sogar über 2 Wochen dort. Die ersten 1,5 Wochen zeigte sich der finnische Sommer von seiner schlechtesten Seite… es regnete ständig, war kalt und windig. Das bin ich so nicht gewohnt, denn normalerweise haben wir in Savo IMMER gutes Wetter im Sommer gehabt! Seit einigen Tagen scheint aber der Sommer doch noch zu kommen… zumindest ist es wärmer geworden und heute, ausgerechnet an unserem Abfahrtstag, hatten wir Bombenwetter!

SONNE, SONNE, SONNE, angenehme 25°C und eine leichte Brise. Finnish summer at it’s best!

Das Allerschönste war aber was anderes… ich war gerade mit der Kamera dabei einen Schmetterling zu verfolgen (heute kamen sie nämlich alle raus, die bunten und hübschen, die sich 2 Wochen lang versteckt hatten!), als ich auf einmal ein seltsames Geräusch hörte, irgendwie ein Zischen aus Richtung der Blaubeerbüsche.

Und dann sah ich SIE:

DSC_1333 (Medium)

Eine Schlange! Mein ganzes Leben habe ich darauf gewartet, eine Schlange in der Natur zu sehen. Aber es sollte nicht passieren. Alle Leute sahen Schlangen („Wie, noch nie irgendwo ne Schlange gesehen?!“) und ich nie. Obwohl ich doch so oft nach Finnland reiste, wo es angeblich so viele Schlangen gibt. Obwohl ich auf jedem sonnigen Felsen mit ihr rechnete. Auf ‚unserem‘ Grundstück (also dem Grundstück vom Mökki in Ostfinnland) ist der ehemalige Besitzer sogar mal von einer Kreuzotter gebissen worden. Aber trotzdem hat seit 20 Jahren niemand mehr dort eine Schlange zu Gesicht bekommen.

Und nun sollte ich heute so ganz unverhofft dieses Glück haben! Und dann war es auch noch ein äußerst stattliches Exemplar von einer Schlange, bestimmt ein Meter lang! Wegen der Schmetterlingsaktion hatte ich die Kamera passenderweise griffbereit und konnte einen Schnappschuss machen. Perfekt!!!

Es handelt sich übrigens um eine harmlose Ringelnatter. Das wusste ich im Moment des Sehens jedoch nicht, es ging alles so wahnsinnig schnell und ich sah nur dieses zwischende schwarze Etwas neben mir, dass sehr schnell in den Blaubeerbüschen verschwandt.

Das war heute also meine Sonntagsfreude

P.S. Nein, ich finde Schlangen nicht niedlich und möchte auch keine Kreuzotter unter meinem Bett finden. Ehrlich gesagt finde ich so sogar richtig gruselig und unheimlich. Aber wahrscheinlich gerade deshalb wollte ich so gerne mal eine live in ihrer natürlichen Umgebung sehen 😉